Im GEBETOMAT

Gebete aus dem Automat

gebetomat-gutenbergschule-februar-2017Schon einmal vom GEBETOMAT gehört? Oder in einem gesessen? Der GEBETOMAT ist ein umgebauter Schnellfoto-Automat, wie wir ihn von Bahnhöfen und Shoppingcentern kennen: Ein Metallgehäuse mit Vorhang. Wenn jemand drin sitzt, blitzt es und etwas später fallen die Fotos in den Schlitz.

Der GEBETOMAT liefert an Stelle von Bildern Gebete. Per Audio. Wer drin sitzt, kann aus über 300 Gebeten aus den unterschiedlichsten Religionen in 65 Sprachen wählen. Das Gebet, der Gesang oder das Lied wird vom Band laut abgespielt – deutlich hörbar auch für die, die draußen stehen.

Wenn man drin ist und die Ohren spitzt, ist das ein intensives Erlebnis, denn mit dem Gehörten stellt sich automatisch eine Atmosphäre von Feierlichkeit, Andacht, Besinnung und Gebanntheit ein. Die fremden Klänge erzeugen aber auch Heiterkeit und Belustigung – wie etwa ein Gebet, das in Plattdeutsch vorgetragen wird. Der Gesang des Muezzin, die Chöre der Gregorianer, das Rezitat der Orthodoxen, die Lieder der Hare Krisenas oder afrikanische Klänge verzaubern jeweils auf ihre Art.

Kunst oder Religion?

Der GEBETOMAT ist eine „kabinenförmige Medieninstallation“ des Berliner Künstlers Oliver Sturm, einem Theater- und Hörspielregisseur. Die Idee dazu erzählt er mit einer Geschichte, die er in New York erlebt hat: „Die Idee zu einem Gebet-Automaten kam mir, als ich im Jahr 1999 in New York auf einem U-Bahnsteig in einer hygienisch zweifelhaften Ecke einen Automaten an der Wand sah, der mit einer künstlichen Stimme auf einlullend monotone Weise permanent sprach. Niemand kümmerte sich um den Automaten. Ich verstand nicht genau, was er sagte, weil die akustische Qualität sehr schlecht war, aber ich nehme an, Bedienungshinweise zur Benutzung. Auf dem Bahnsteig standen Menschen unterschiedlicher Hautfarbe und sozialer Herkunft, eben die spezifische New Yorker Mischung, und – gerade auf dem Weg zum jüdischen Viertel in Williamsburg – stellte ich mir vor, wie es wäre, wenn Gebete aus diesem Automaten kämen.“

Der kleinste Ort der Spiritualität

gebetomat-gutenbergschule-feedback-februar-2017Auch wenn man sich keiner Religion zugehörig fühlt oder nicht aktiv ist – es reicht ein wenig Neugier auf das mediale Erlebnis. Ein Kunstobjekt zu betreten und auf kleinsten Raum seine Möglichkeiten auszutesten – das ist, was jedes Kind sich im Museum wünscht: Anfassen, Hineingehen, Ausprobieren, An den Knöpfen spielen, Selber machen.

Es lohnt sich ein Blick auf die Webseite: „Der GEBETOMAT stellt die kleinste Form eines spirituellen Raums dar. Gedacht für Bahnhöfe, Flughäfen, Raststätten und andere öffentliche Orte, bietet er den Passanten eine Gelegenheit zur inneren Einkehr. Der Besucher hat die Möglichkeit, Gebete aus den großen Weltreligionen und zahlreichen anderen Glaubensrichtungen und religiösen Gemeinschaften anzuhören. Es steht ihm frei, die Kabine als Rückzugsort zum eigenen Gebet oder nur zum Zuhören zu nutzen.“

Wie eine Schule in Sankt Augustin mit dem GEBETOMAT berühmt wird

bonn-express-titel-gebetomat-9-2-2017Der GEBETOMAT startete mit einem Exemplar im Jahre 2008. Mittlerweile gibt es weltweit 6 Stück und sie stehen im Wechselspiel an vielen Plätzen und Orten auf der ganzen Welt.

Ich habe den GEBETOMAT in der Gutenbergschule in Sankt Augustin besucht. Dort steht er für drei Wochen und erhält mit jedem Tag eine Medienaufmerksamkeit, die man ihm gar nicht zugetraut hätte: Berichte im Bonner General-Anzeiger, Rhein-Sieg-Anzeiger, auf der Titelseite des Express und heute auch im Fernsehen: RTL-West berichtet von der großen Begeisterung für den GEBETOMATEN an einer kleinen Schule. Die Schule öffnet ihre Türen nun auch für die Öffentlichkeit. Wer nicht nach Berlin, Hamburg, Salzburg oder Manchester fahren will, der kommt doch einfach nach Sankt Augustin.

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