Katharina von Bora

Weibliche Reformation im Frauenmuseum Bonn
15. Januar – 1. November 2017

logo martin-luther-jahr-20172017 schreiben wir das Luther-Jahr: 500 Jahre Reformation. Damals im Jahre 1517 war eine der Forderungen an die Kirchenreform die Einführung der Priesterehe. Martin Luther und Katharina von Bora machten es vor: Sie heirateten im Jahr 1525 und führten als Pfarrersfamilie ein offenes und gastfreundliches Haus. Am Tisch der Luthers saßen oft bis zu fünfzig Gäste – und auch sie trugen zur schnellen Verbreitung der reformatorischen Lehre bei.

Das Frauenmuseum Bonn widmet Katharina von Bora eine fast ganzjährige Ausstellung. Marianne Pitzen führt das Publikum zu den 18 Künstlerinnen und ihren Werken, die Interpretationen der Person Katharinas und ihrem Schaffen sind:

  • katharina_von_bora_1526_lucas_cranach_der_aeltereDer Pfarrgarten als Wirtschaftsfaktor wurde hier gegründet – in der Installation von Erika Beyhl en miniature nachgezeichnet.
  • Von ihrem Ehemann wird Katharina in zahlreichen Briefen freundschaftlich bewundernd „Herr Käthe“ genannt- Inspiration für das Mobile von Dorothea Kirsch „Eine Schürze für Herrn Käthe“.
  • Das Haus mit vielen Gästen an einer langen Tafel – Christine Theile stellt mit ihrem Ölgemälde „Ohne Gans kein Martin“ die gastfreundliche Atmosphäre im Hause Luthers dar. Das Bild bedient die Farbwelt aus einem der Portraits von Lucas Cranach d.Ä., der Katharina von Bora mehrere Male portraitierte.
  • Die Installation „Luther … auch“ von Inge Lux macht Luthers Sicht auf die Frauen an langen weißen Leinenfahnen offenbar – keineswegs nur wohlgesinnt, wie frau meinen könnte …. so steht das mittige Reisigbündel vielleicht auch für die von Luther durchaus gut geheißene Hexenverbrennung.
  • Maresa Jung und Ellen Sinzig präsentieren mit ihren Feuerbildern und schwarzer Kalligrafie ausdruckstarke Werke von Hexen und Priesterinnen und dem schmalen Grad, der zum Balanceakt im Leben der selbstbestimmten Frauen wird.
  • „95 Thesen und ein blutbesudeltes Kreuz“ vom Künstlerpaar Anja Kleemann-Jacks und Horst-Olaf Schmidt ziehen mit ihrer zweiteiligen Installation alle Blicke auf sich: Das Anschlagen der ketzerischen Thesen auf die Holztür der Schlosskirche zu Wittenberg wird in Beziehung gesetzt zur Kreuzigung Christis am Holzkreuz – eine eindrückliche und starke Wirkung.

kuenstlerinnen_katharina_von_bora_vernissage_15-1-2017_frauenmuseum_bonn_marianne_pitzen-i-d-mDiese Auswahl an Werken macht Lust auf mehr – und auf den zwei weitläufigen Etagen des Frauenmuseums sind noch mehr Schätze zu finden und Entdeckungen zu machen. Die Parallelausstellung „Künstlerpaare“ zeigt Paare wie Martin Luther und Katharina von Bora, die in ihrem Leben einer Leidenschaft folgen.

Die Kraft der Reformation, die bis heute wirkt, entfaltet ihre Schwingen – und weckt ein Interesse auch bei denen, die nicht im Glauben oder in der Kirche verwurzelt sind. Ganz Europa und seine Gesellschaften haben sich mit der Reformation verändert – die Diskussion um die Auslegung der theologischen Lehre ist bis heute umstritten und hält bis heute an.

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