Sprachschatz 4: Der Rabe

24 tierische Sprachschätze Adventskalender

Als ich einst zur Geisterstunde, leidend an der Lebenswunde,
überdachte alter Kunde Weisheit, alter Weisheit Lehr’,
als ich, schläfrig, kaum vermochte, länger wachzubleiben, pochte
an die Tür es leise, pochte sanft wie einer Magd Begehr.
„Oh, da kommt noch ein Besucher“, dachte ich, „wo kommt er her,
– in der späten Nacht noch her?“

Riß das Fenster auf jetzunder, und herein stolzirt’ – o Wunder!
Ein gewalt’ger, hochbejahrter Rabe schwirrend zu mir her;
Flog mit mächt’gen Flügelstreichen, ohne Gruß und Dankeszeichen
Stolz und stattlich sonder Gleichen, nach der Thüre hoch und hehr;
Flog nach einer Pallasbüste ob der Thüre hoch und hehr –
Setzte sich und sonst Nichts mehr.

Edgar Allan Poe, The Raven, Der Rabe, Auszug, 1. und 7. Strophe

 

Kategorien Blog

2 Kommentare zu „Sprachschatz 4: Der Rabe

  1. Schön, das auf Deutsch zu lesen. Es gibt eine wundervolle Vertonung des englischen Textes von Alan Parsons Project aus den 1970ern.

    Liken

    1. Ja, das kenne ich auch. Habe ich damals rauf und runter gehört…

      Gefällt 1 Person

gerne kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das:
search previous next tag category expand menu location phone mail time cart zoom edit close