Gewonnen! Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises

FLÜCHTIGE MOMENTE: Ein Foto-Flüchtlings-Projekt

Seit zwei Jahren leite ich das Kunstprojekt „Dreidimensionales Gestalten“ im Rahmen des Gebundenen Ganztags an der Gutenbergschule. Die Schülerinnen lernen ausgewählte Skulpturen, Installationen und Objekte sowie deren Künstlerinnen kennen. Im Vordergrund aber steht das eigene handwerkliche Schaffen. Dreidimensionale Objekte zu produzieren – aus den verschiedensten Materialien – ist eine ganzheitliche Herausforderung. Schaffen die Hände und Finger, was sich im Kopf als Idee entwickelt hat?

Welcome Scouts + Kunstprojekt

Mit dem eigenen Körper selbst zu Kunst werden – das wurde in Kooperation mit dem Flüchtlingsprojekt „Welcome Scouts“ Wirklichkeit. Die Idee ist, gemeinsam auf das Leben von Flüchtlingen aufmerksam zu machen. Während die Welcome Scouts den Kontakt mit Flüchtlingsfamilien haben und gemeinsame Aktivitäten organisieren, beschäftigen sich die Schülerinnen im Kunstprojekt mit Skulptur, Perspektive und Abstraktion. Einige der Gutenberg-Schülerinnen haben selbst Fluchterfahrungen.

Foto-Shootings

Eingeführt wurden die ca. 20 Schüler*innen aus den Klassen 7-10 zu FLÜCHTIGE MOMENTE über die Kunst von Spencer Tunick und Andy Goldsworthy. Während die Tunick-Fotos spektakulär mit Masse arbeiten, fügen sich die Werke von Allen feinfühlig in die Umgebung ein. FLÜCHTIGE MOMENTE nimmt sich vor, einen eigenen Ausdruck zu schaffen.

Entstanden sind ca. 50 großformatige Aufnahmen in Industrielandschaft und Natur. Die Schüler*innen „platzierten“ sich an ausgesuchten Plätzen in Arrangements, die sie mit den Themen Flucht oder mit ihren eigenen Fluchterfahrungen verbanden. Mit jedem Shooting entwickelten die Jugendlichen ihren „Blick“ für starke Bilder und sie brachten ihre eigenen Vorstellungen für eine Momentaufnahme ein.

Das Foto-Projekt FLÜCHTIGE MOMENTE zeigt Standbilder. In den Aufnahmen ist ein Moment mit einer Bedeutung eingefangen. Die Momente sind Situationen aus der Fluchtgeschichte der Menschen. Das künstlerische Arrangement der Positionen verstärkt die Aussagekraft der erlebten Situationen.

Wettbewerb des Rhein-Sieg-Kreises

Den Integrationspreis hat der Rhein-Sieg-Kreis aus folgenden Gründen ausgerufen:  Die zurzeit etwa 125.000 Menschen mit Migrationsgeschichte im Kreis „mit ihren unterschiedlichen Kulturen, Sprachen und Weltanschauungen stellen für die Gesellschaft eine Bereicherung dar. Notwendig hierfür ist gegenseitiger Respekt, Akzeptanz und Zusammenhalt.“ Es werden „Organisationen und Initiativen, die sich für die gegenseitige Anerkennung und für gleichberechtigtes Miteinander einsetzen, mit einem Integrationspreis ausgezeichnet.

Gewonnen!

Gewonnen haben wir in Kategorie 3: Dialogfördernde Projekte und Maßnahmen, die in Kooperation von zwei oder mehreren Organisationen entstehen,
Begegnung und Dialog zum Beispiel zwischen verschiedenen Generationen, Religionen oder Weltanschauungen ermöglichen und auf eine Anerkennungskultur zielen. Beispielsweise Projekte, die den Austausch zwischen verschiedenen Gruppen, Vereinen und Gemeinden fördern.

Kategorie 2: Präventive Projekte und Maßnahmen, die nachhaltige Aufklärungsarbeit leisten und ihre Zielgruppen und die Öffentlichkeit für vielfältiges, gewaltfreies und demokratisches Miteinander sensibilisieren. Beispielsweise Bildungsprojekte, die gegen Diskriminierung, Rassismus und Radikalisierung wirken. Gewonnen hat hier die Hochschule Bonn-Rhein-Sieg mit der Maßnahme „Respekt!“

Kategorie 1: Partizipative Projekte und Maßnahmen, die Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund fördern und die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein der Teilnehmenden stärken. Beispielsweise Kunst-, Kultur- oder Medienprojekte von benachteiligten Kindern, Jugendlichen und / oder Geflüchteten. Die Internationale Nähstube Bad Honnef ist die Gewinnerin.

Heute, am 4. Juli 2019 haben wir den Integrationspreis des Rhein-Sieg-Kreises in Siegburg entgegengenommen.

preisverleihung integrationspreis rhein sieg kreis am 4. Juli 2019

Vom 12. September bis zum 11. Oktober 2019 sind die Fotos erstmalig in einer Ausstellung zu sehen – in der Stadtbücherei Sankt Augustin. Weitere Ausstellungsorte sind geplant.

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